Bereits seit dem 14. Jahrhundert wird eine Botschaft oder Nachricht Zeitung genannt. Die Botschaft konnte mündlich oder schriftlich vorliegen, es war eine “tidinge”. In dieser Form verbreiteten sich Nachrichten langsam aber stetig. Reisende verbreiteten sie von Ort zu Ort. Der umherziehende Händler war auch deshalb gern gesehen, weil er Neuigkeiten aus der Gegend mit sich führte und unters Volk brachte.
1445 – Johannes Gensfleisch, besser bekannt als Johannes Gutenberg, erfindet die bewegliche Letter und damit die Buchdruckkunst. So gewinnt Europa einen Wettlauf gegen den Fernen Osten, wo ebenfalls an dem Verfahren des automatisierten Drucks gearbeitet wurde. Allerdings war das damals sicher niemandem bekannt. Bis zur Erfindung der Druckmaschine lagen sämtliche schriftliche Erzeugnisse handschriftlich vor, was sie so wertvoll machte. War doch einmal ein gedrucktes Werk darunter, so wurde Buchstabe für Buchstabe einzeln auf das Papier gedruckt. Keine Methode für die Massenherstellung.
Die Bibel als erstes gedrucktes Produkt
Die Erfindung Gutenbergs ermöglichte es erstmals, Papier in rascher Folge zu bedrucken, wenngleich zunächst Texte mit religiösem Inhalt gedruckt wurden. So waren die ersten Zeitungen, wie wir sie heute kennen, noch immer handschriftlich. Die Fugger, eine mittelalterliche Händlerfamilie aus Augsburg, veröffentlichten Nachrichten zwischen 1568 und 1605 auf diese Weise. Erste gedruckte Zeitungen stammen aus dem Jahre 1605 und entstanden in Straßburg. Von da an war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Gedruckte Zeitungen – das geschriebene Wort überhaupt – waren nur für eine Minderheit im Land wirklich interessant, da die Kulturkompetenz Lesen nur den vermögenden Bevölkerungsschichten und dem Klerus vorbehalten war. Der größte Teil der Menschheit konnte weder Lesen noch Schreiben. Dennoch nahm die Zeitung eine bis heute andauernde positive Entwicklung als primäres Verbreitungsmedium für Neuigkeiten.
Erst Blei, heute Bits und Bytes
Vieles lief nun parallel: Mehr und mehr Menschen lernten das Lesen. Die Kunst des Buchdrucks wurde entwickelt und mit der Linotype konnten nicht mehr nur Einzelbuchstaben verwendet werden, sondern es wurde zeilenweise gesetzt, “A line of types”. Auch die Anlage von Einzelblättern wurde ersetzt durch den Druck auf Papier von der Rolle. So konnten immer höhere Auflagen erzielt und dem nachrichtenhungrigen Volk angeboten werden. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Nur, dass der Druckstock, also die Form von der gedruckt wird, heute quasi aus dem Computer kommt. Das Ende eines Berufsstandes, dem des Schriftsetzers. Heute werden Nachrichten in unterschiedlicher Form angeboten. Wir erfahren Neues aus dem Fernsehen und dem Radio, lesen Informationen in Online-Zeitungen, aber noch immer ist das gedruckte Produkt ein Verkaufsschlager. Eine Sache hat sich nicht verändert: Damals wie heute waren die Zeitungen nicht nur mit Wissenswerten gefüllt, Werbung und Veranstaltungshinweise hatten und haben ihren berechtigten Platz.
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